Rezension zu „Die Karte meiner Träume“ von Reif Larsen

 
Reif Larsen

„Die Karte meiner Träume“

erschienen im Fischer Verlag

gebunden, 435 Seiten

ISBN: 978-3-10-044811-8

 

Tecumseh Sparrow Spivet ist ein hochbegabter, eher introvertierter 12 jähriger Junge, welcher es sich zur Aufgabe gemacht hat seine ganze Welt in Karten zu zeichnen. Jedes Erlebnis hält er in seinen zahlreichen Notizbüchern fest.
Mit seiner Familie lebt er auf einer Farm in Montana. Seine Mutter, von ihm immer nur Dr. Clair genannt, ist eine Käferforscherin. Sie ist von ihren Studien so vereinnahmt, dass sie keinen Sinn mehr für die anderen Sachen hat, die auf der Farm ablaufen. T.S. Vater ist ein einfacher Farmer der immer Layton (T.S. jüngeren Bruder) bevorzugt und mit diesem die Coppertop Ranch bewirtschaftet. Doch Layton stirbt bei einem schrecklichen Unfall in der Scheune. Die älteste der drei Geschwister ist Gracie. Sie hat einen großen Traum: endlich von der Farm wegkommen und berühmt werden.

Dr. Jorn ist Tecumseh´s Mentor. Er vermittelt dessen Zeichnungen und Karten an verschiedene wissenschaftliche Zeitschriften und an das Smithsonian, ohne das wahre Alter des Kartographen zu verraten. Ohne T.S. Wissen schlägt er ihn für den Baird Preis des Smithsonian vor, der mit einem akademischen Posten dotiert ist. Es kommt wie es kommen muss, T.S. gewinnt den Preis und wird nach Washington eingeladen um dort eine Rede zu halten und seinen Posten anzutreten. Keiner auf der Farm weiß, dass der Jüngste in Zeitschriften veröffentlicht und somit beschließt T.S. sich heimlich, allein und ohne finanzielle Mittel auf den Weg nach Washington zu machen. Er reist mit dem Zug wie ein Hobo. Unterwegs wird er fasst von einem irren Prediger getötet und so schleppt er sich mit letzter Kraft in das Smithsonian. Dort ist die Überraschung erst einmal groß als man erkennt, dass der Gewinner des Baird Preises kein Doktorand sondern ein zwölfjähriger Schüler ist. Aber Mr. Jibsen, der Leiter des Resort für Illustrationen am Smithsonian, wittert die Chance für sich und sein Institut und nimmt T.S. unter seine Fittiche. Es beginnt ein wahnsinniger PR Rummel um den kleinen den er fast nicht mehr auszuhalten vermag, bis unerwartete Hilfe kommt und die Geschichte ein Happy End nimmt.

 

Die Karte meiner Träume ist ein wunderschönes Buch! Ich habe so etwas noch nie zuvor gelesen. Zu beinahe jedem Thema sind an fast jedem Rand Karten, Illustrationen oder Bemerkungen zu finden. Mit dezenten Pfeilen wird der Leser vom Absatz zum dazugehörigen Bild geleitet. Dadurch wird das Buch zu einem echten Erlebnis. Am Anfang hatte ich kurz Probleme mich in die Systematik einzufinden, was sich dann aber rasch legte.

Die Story an sich fand ich sehr schön und auch anrührend. Manchmal jedoch fühlte ich mich, auch durch die vielen Ausschweifungen von T.S., ein wenig gelangweilt. Vor allem die Zugfahrt war laaaang. Aber dann nahm die Geschichte abschnittsweise immer wieder unerwartet Fahrt auf.

Dies ist auf jeden Fall kein Buch, was sich einfach so weg lesen lässt! Man muss innehalten und sich mit den Illustrationen beschäftigen, erst dann erschließt sich einem vollends das Wunderbare an diesem Roman.

 

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